Zurück zur Startseite

Zur Zeit wird gefiltert nach:glaubwürdigkeit
Filter zurücksetzen

01.09.2009
16:01

Du willst es doch auch ?!

Du willst es doch auch ?!

Eine internationale Studie der Nürnberger GfK-Konsumforscher hat herausgefunden, dass nur noch Politiker unglaubwürdiger sind als Werbeleute, wir liegen knapp vor den Staatslenkern auf Platz 19. Dass Journalisten und Marketingleute ebenfalls auf den hinteren Plätzen gelandet sind, zeigt, dass das Vertrauen nicht nur bei der Werbung, sondern bei der gesamten öffentlichen Kommunikation fehlt. Die Werbung lügt und was in der Zeitung steht, soll man sowieso nicht glauben.


Interessant ist allerdings die Beobachtung, dass Werbung und Medienaussagen trotzdem Wirkung zeigen.Wenn etwas nur oft genug in Print, Radio und TV wiederholt wird, dann gilt es doch als allgemein gültig. Coca Cola ist die ultimative Erfrischung, Knoppers ein gesunder Pausensnack, RWE tut viel für den Klimaschutz, nur die FDP hat Ahnung von Wirtschaft, die Schweinegrippe wird uns alle ausrotten und die Abwrackprämie ist 'ne prima Sache. Richtig? Oder war das nicht doch irgendwie anders?


Sollen wir nun versuchen, wieder glaubhaft zu sein, aber Gefahr laufen, dass die Werbung nicht mehr funktioniert? Wie würde ein Konsument darauf reagieren, wenn wir sagen:


Kauf mein Produkt, es ist zwar nicht besser als die anderen, es macht weder dein Leben besser, noch steigert es deine Attraktivität, aber wenn Du es schon kaufst, dann doch bitte bei uns. Denn wir wollen dein Geld so gerne haben!“


Ich wage mal zu behaupten: Das kauft kein Mensch! Vielleicht ein paar besonders humorvolle Leute. Werber dürfen also entweder ehrlich sein oder erfolgreich. Und die Menschen, die sie als unglaubwürdig abstempeln, sind genau die, die sich nachher doch von der Botschaft beeinflussen lassen. Wie die Lemminge laufen Sie in den Elektronik-Fachhandel, wenn die Finanzierung nullprozentig ist oder in den Baumarkt, wenn es 20% Rabatt gibt. Selbstloses Unter-Wert-Verkaufen der Waren vorausgesetzt.


Aber stimmt das so tatsächlich? Oder gibt es da in der Erhebung nicht ein paar gesellschaftliche Gruppen, für die diese Regeln so nicht gelten? Sieht man sich die Top-Vertrauensleute an, so muss man sich schon die Frage stellen, ob des da ein “Immun-Gen” gibt, mit dem man sich trotz himmelschreiender Unzulänglichkeit, trotz Abkehr von allen Grundprinzipien des Berufsstandes (nachzulesen bei z.B. bei Eskulap, in unseren Grundgesetzen oder im Handbuch der Pädagogik) offensichtlich immer als besonders vertrauenswürdig darstellen kann.


In die Gefilde der vertrauenswürdigen Ärzte, Lehrer und Feuerwehrmänner dürfen wir Werber also nur aufsteigen, wenn wir uns entweder dieses Anti-Vertrauensschwund-Gen irgendwie auch beschaffen. Oder wir machen es wie mit allen Produkten und Dienstleistungen, die nicht gut genug wahrgenommen werden: Wir nennen Sie einfach um, tun so als wäre tatsächlich neuer Wein in den neuen Schläuchen und fühlen uns danach dann einfach besser. Zumindest so lange, bis alle Leute, die an der nächsten Umfrage teilnehmen wiederum zu dem Schluss kommen, dass wir so überflüssig sind wie ein Kropf. Nur: Wer stellt Ihnen denn dann noch diese Fragen? Und warum?

Kerstin Dressen(kd@plum.de)weiterleitenPermalinkKommentare 0Gravatar: Kerstin Dressen

Zurück

Kategorien

Archiv

  • [-]2009(9)
    • [-]Dezember(3)
    • [-]November(1)
    • [-]Oktober(1)
    • [-]September(2)
    • [-]Juni(1)
    • [-]Mai(1)
© 2004-2008
R. Plum Agentur für Kommunikation GmbH
Agentur | Jobs | Kontakt | Download | Links | Impressum | Home
Diese Seite weiterempfehlen | Zu den Favoriten hinzufügen
R. Plum Agentur für Kommunikation GmbH, Nordstraße 35,
41236 Mönchengladbach, Telefon +49/2166/92004-0, Telefax +49/2166/92004-44