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18.12.2009
12:51

Mit gutem Beispiel voran?

Mit gutem Beispiel voran?

Da erreichte uns doch letzte Woche etwas mit der Post, das ich ein wenig irritierend fand. Vor mir lag ein großer Umschlag mit mehreren losen, schief unf fleckig kopierten Blättern. Ich wurde spontan etwas nostalgisch, denn das erinnerte mich an meine Lese-Lern-Blätter aus der Grundschule. Die erste Seite enthielt eine allgemeine Ansprache und ein Zitat. Ich habe diese Seite nicht als Anschreiben identifizieren können (vielleicht war ja die Reihenfolge durcheinander geraten?) und war nicht sicher, ob ich überhaupt gemeint war. Die zweite Seite zeigte eine Karikatur, deren Sinn sich mir auch nach gründlichem Nachdenken nicht erschloss. Danach folgten mehrere Blätter mit Seminar-Beschreibungen zu verschiedenen Themen wie Neukundengewinnung, Kommunikation und XY. 

 

 

 

Ah, nun hatte ich es begriffen. Man wollte mich davon überzeugen, ein Seminar zu besuchen! Und hat die Einladung dazu direkt als Negativ-Beispiel getarnt. Ja, genauso muss es wohl gewesen sein. Ein wirklich interessanter Ansatz der Kommunikation. Ich geh' aber trotzdem nicht hin, denke ich. Ich weiß nämlich schon, wie man es nicht macht!

Kerstin Dressen(kd@plum.de)weiterleitenPermalinkKommentare 0Gravatar: Kerstin Dressen
05.12.2009
16:47

Toleranz: Es besteht noch Hoffnung

Toleranz: Es besteht noch Hoffnung

Da habe ich gerade gehört, dass es, außer einigen wenigen mir bekannten Leuten, auch noch andere gibt, die sich vorstellen können nicht wirklich alles zu wissen! Also Leute, denen es – wie mir auch – unglaublich stinkt, Unwissen gleich kostenpflichtig zu verfolgen. Konkret geht es um die aktuelle Petition gegen den Abmahn-Wahn, der besonders im Internet um sich greift. Dass dieser hauptsächlich dazu dient, unterbeschäftigte Anwälte zu ein wenig Einkommen zu verhelfen ist zwar allgemein bekannt. Bisher hat aber noch niemand, der die Kompetenz dazu hat, etwas dagegen unternommen.

 

Die Frage ist doch, ob es sein muss, dass ein Jurastudium zum Teil einer durchschnittlichen Allgemeinbildung gemacht wird. Denn nur dann wird sich jeder auch wie selbstverständlich im Marken- und Persönlichkeitsrecht auskennen. Und sich dann so äußern, wie es heute (leider) üblich geworden ist: Viel reden (also präsent sein) und nichts Konkretes sagen (also keine Angriffsfläche bieten) und in alle Richtungen offen bleiben.

 

Jedem Menschen, dem es einfach zu blöd ist, die Folgen seiner Kommunikation vor ihrer Veröffentlichung juristisch überprüfen zu lassen, sei diese Petition empfohlen. Dort finden sich Menschen zusammen, die offensichtlich wichtigere Dinge zu tun haben. Und denen Abmahnungen aus nichtigen Gründen, formuliert und in die Welt gesetzt von profitgierigen Rechtsanwälten, richtig auf den Keks gehen. So wie mir auch.

 

Denn eigentlich nimmt unsere Gesellschaft doch für sich in Anspruch, tolerant zu sein. Und es wäre gut, wenn man sein Recht – egal welches, Marken-, Personen- oder was für ein Recht auch immer – auf Basis von gegenseitigem Respekt und Toleranz in Anspruch nimmt. Denn es geht hier nicht darum, Rechte zu verweigern, sondern das Recht zielführend zu praktizieren.

 

Und kosten-unpflichtige „Hinweise“ statt kostenpflichtige „Abmahnung“ sind sicher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Rainer Plum(pl@plum.de)weiterleitenPermalinkKommentare 0Gravatar: Rainer Plum
02.12.2009
09:03

Ich will das in blau haben!

Ich will das in blau haben!

Ich bin keine begabte Designerin. Ich beherrsche die Funktionen der Programme Photoshop und InDesign und an einem echt guten Tag schaffe ich vielleicht einen Flyer oder ein Web-Layout, über das man nicht direkt den Kopf schütteln würde. Aber organisieren, delegieren und immer den Überblick über alle Abläufe behalten, das kann ich gut. Deswegen bin ich ja auch Projektmanagerin.

 

Meine Kollegin schüttelt also selten den Kopf, dafür aber viel öfter ein klasse Design nach dem anderen. Nämlich aus dem Ärmel. Deswegen ist das auch ihr Job. Klingt einfach? Ist es aber nicht.

 

Beim Design wird das Eis dünn. Obwohl es auch bei der Kreativität klare Regeln gibt (z.B. zu Linienführung, Farbharmonien und Schriftenverwendung) und obwohl sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten lässt, passiert meist genau dies. Geschäftsführer, Controller, Verkäufer und Administratoren gestalten eifrig vor sich hin und präsentieren stolz ihre Ideen. Wenn sie schon selbst nicht gestalten, so sind sie selbstverständlich detailliert am Entscheidungsprozess beteiligt. Herr A. mag blau nicht, das können wir nicht nehmen und Frau B. findet, dass Kreise gerade modern sind. Manche Unternehmen führen gar demokratische Umfragen durch, wem das neue Logo gefällt. Nach 25 Vorschlägen und 250 Meinungen bleibt man dann doch lieber beim Alten.

 

Natürlich muss man sich in einem Unternehmen in gewisser Weise mit der Außendarstellung identifizieren können, aber hier wird eindeutig jemand sehr wichtiges übergangen: Die Zielgruppe! Ihr muss die Gestaltung gefallen. Sie muss sich angesprochen und in die richtige Stimmung versetzt fühlen. Sie muss intuitiv begreifen, mit was für einem Unternehmen und was für einem Produkt sie es gerade zu tun hat.

 

Die anderen Aufgaben werden doch auch denen überlassen, die sich damit auskennen. Das ist nämlich professionell, effizient und zielführend. Sollten wir das nicht beim Design auch mal versuchen?

Kerstin Dressen(kd@plum.de)weiterleitenPermalinkKommentare 0Gravatar: Kerstin Dressen

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