Da habe ich gerade gehört, dass es, außer einigen wenigen mir bekannten Leuten, auch noch andere gibt, die sich vorstellen können nicht wirklich alles zu wissen! Also Leute, denen es – wie mir auch – unglaublich stinkt, Unwissen gleich kostenpflichtig zu verfolgen. Konkret geht es um die aktuelle Petition gegen den Abmahn-Wahn, der besonders im Internet um sich greift. Dass dieser hauptsächlich dazu dient, unterbeschäftigte Anwälte zu ein wenig Einkommen zu verhelfen ist zwar allgemein bekannt. Bisher hat aber noch niemand, der die Kompetenz dazu hat, etwas dagegen unternommen.
Die Frage ist doch, ob es sein muss, dass ein Jurastudium zum Teil einer durchschnittlichen Allgemeinbildung gemacht wird. Denn nur dann wird sich jeder auch wie selbstverständlich im Marken- und Persönlichkeitsrecht auskennen. Und sich dann so äußern, wie es heute (leider) üblich geworden ist: Viel reden (also präsent sein) und nichts Konkretes sagen (also keine Angriffsfläche bieten) und in alle Richtungen offen bleiben.
Jedem Menschen, dem es einfach zu blöd ist, die Folgen seiner Kommunikation vor ihrer Veröffentlichung juristisch überprüfen zu lassen, sei diese Petition empfohlen. Dort finden sich Menschen zusammen, die offensichtlich wichtigere Dinge zu tun haben. Und denen Abmahnungen aus nichtigen Gründen, formuliert und in die Welt gesetzt von profitgierigen Rechtsanwälten, richtig auf den Keks gehen. So wie mir auch.
Denn eigentlich nimmt unsere Gesellschaft doch für sich in Anspruch, tolerant zu sein. Und es wäre gut, wenn man sein Recht – egal welches, Marken-, Personen- oder was für ein Recht auch immer – auf Basis von gegenseitigem Respekt und Toleranz in Anspruch nimmt. Denn es geht hier nicht darum, Rechte zu verweigern, sondern das Recht zielführend zu praktizieren.
Und kosten-unpflichtige „Hinweise“ statt kostenpflichtige „Abmahnung“ sind sicher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.