Zurück zur Startseite
22.09.2009
10:29

Reichweite neu definiert

Reichweite neu definiert

Das Thema Wahlmüdigkeit ist ja nun hinlänglich diskutiert und offensichtlich jetzt auch beim Klerus angekommen. Mir erschließt sich zwar nicht, warum der Klerus da was zu sagen sollte (z.B. wg. Trennung von Kirche und Staat etc.), aber das spielt ja offensichtlich keine Rolle. Denn – wie man hier gut sehen kann – sieht man nix.

 


 

Da hätte ich dann mal ein paar Vorschläge für die verantwortlichen „Men in Black“: Vielleicht sollten sie beim nächsten Versuch mal jemand fragen, der sich mit visueller Kommunikation auskennt. Damit wäre zumindest gewährleistet, dass die Botschaft überhaupt wahrgenommen werden kann. Im Weiteren sollte man dann vielleicht vermeiden, zu plump auf das Kreuzchen in der ersten Zeile zu verweisen (Wer steht da noch auf den Wahlzetteln? Die CDU? Oder wird das gewürfelt?).


Aber das Ganze hat natürlich auch sein Gutes: Da der Kirche ja derzeit die zahlenden Mitglieder massiv abhanden kommen, wäre es auf jeden Fall sicher eine gute Einnahmequelle, wenn man die üppigen Fassaden der grundsätzlich als Werbeflächen vermieten könnte. Falls erforderlich bin ich gerne bereit den Verantwortlichen im Seelengeschäft die notwendigen Kontakte zu nennen – Ströer und Co. werden sich sicher darüber freuen. Aber das finden die bestimmt auch selbst beim googlen heraus.


Falls dahinter keine kommerzielle Absicht steckt, sollte so etwas besser einfach nicht stattfinden. Denn tendenziell driftet das doch ziemlich Richtung Peinlichkeit oder „Gewollt, aber nicht gekonnt“. Aber auch das kann man positiv sehen: Offensichtlich gibt es doch mit Sicht auf Kommunikation keinerlei Unterschied zwischen geistlichen und dem sonstigen Durchschnitts-Entscheider. Denn dem fehlt ja bekanntlich schon sehr länger die richtige Form der Erleuchtung.

Rainer Plum(pl@plum.de)weiterleitenPermalinkKommentare 0Gravatar: Rainer Plum
01.09.2009
16:01

Du willst es doch auch ?!

Du willst es doch auch ?!

Eine internationale Studie der Nürnberger GfK-Konsumforscher hat herausgefunden, dass nur noch Politiker unglaubwürdiger sind als Werbeleute, wir liegen knapp vor den Staatslenkern auf Platz 19. Dass Journalisten und Marketingleute ebenfalls auf den hinteren Plätzen gelandet sind, zeigt, dass das Vertrauen nicht nur bei der Werbung, sondern bei der gesamten öffentlichen Kommunikation fehlt. Die Werbung lügt und was in der Zeitung steht, soll man sowieso nicht glauben.


Interessant ist allerdings die Beobachtung, dass Werbung und Medienaussagen trotzdem Wirkung zeigen.Wenn etwas nur oft genug in Print, Radio und TV wiederholt wird, dann gilt es doch als allgemein gültig. Coca Cola ist die ultimative Erfrischung, Knoppers ein gesunder Pausensnack, RWE tut viel für den Klimaschutz, nur die FDP hat Ahnung von Wirtschaft, die Schweinegrippe wird uns alle ausrotten und die Abwrackprämie ist 'ne prima Sache. Richtig? Oder war das nicht doch irgendwie anders?


Sollen wir nun versuchen, wieder glaubhaft zu sein, aber Gefahr laufen, dass die Werbung nicht mehr funktioniert? Wie würde ein Konsument darauf reagieren, wenn wir sagen:


Kauf mein Produkt, es ist zwar nicht besser als die anderen, es macht weder dein Leben besser, noch steigert es deine Attraktivität, aber wenn Du es schon kaufst, dann doch bitte bei uns. Denn wir wollen dein Geld so gerne haben!“


Ich wage mal zu behaupten: Das kauft kein Mensch! Vielleicht ein paar besonders humorvolle Leute. Werber dürfen also entweder ehrlich sein oder erfolgreich. Und die Menschen, die sie als unglaubwürdig abstempeln, sind genau die, die sich nachher doch von der Botschaft beeinflussen lassen. Wie die Lemminge laufen Sie in den Elektronik-Fachhandel, wenn die Finanzierung nullprozentig ist oder in den Baumarkt, wenn es 20% Rabatt gibt. Selbstloses Unter-Wert-Verkaufen der Waren vorausgesetzt.


Aber stimmt das so tatsächlich? Oder gibt es da in der Erhebung nicht ein paar gesellschaftliche Gruppen, für die diese Regeln so nicht gelten? Sieht man sich die Top-Vertrauensleute an, so muss man sich schon die Frage stellen, ob des da ein “Immun-Gen” gibt, mit dem man sich trotz himmelschreiender Unzulänglichkeit, trotz Abkehr von allen Grundprinzipien des Berufsstandes (nachzulesen bei z.B. bei Eskulap, in unseren Grundgesetzen oder im Handbuch der Pädagogik) offensichtlich immer als besonders vertrauenswürdig darstellen kann.


In die Gefilde der vertrauenswürdigen Ärzte, Lehrer und Feuerwehrmänner dürfen wir Werber also nur aufsteigen, wenn wir uns entweder dieses Anti-Vertrauensschwund-Gen irgendwie auch beschaffen. Oder wir machen es wie mit allen Produkten und Dienstleistungen, die nicht gut genug wahrgenommen werden: Wir nennen Sie einfach um, tun so als wäre tatsächlich neuer Wein in den neuen Schläuchen und fühlen uns danach dann einfach besser. Zumindest so lange, bis alle Leute, die an der nächsten Umfrage teilnehmen wiederum zu dem Schluss kommen, dass wir so überflüssig sind wie ein Kropf. Nur: Wer stellt Ihnen denn dann noch diese Fragen? Und warum?

Kerstin Dressen(kd@plum.de)weiterleitenPermalinkKommentare 0Gravatar: Kerstin Dressen

Kategorien

Archiv

  • [-]2009(9)
    • [-]Dezember(3)
    • [-]November(1)
    • [-]Oktober(1)
    • [-]September(2)
    • [-]Juni(1)
    • [-]Mai(1)
© 2004-2008
R. Plum Agentur für Kommunikation GmbH
Agentur | Jobs | Kontakt | Download | Links | Impressum | Home
Diese Seite weiterempfehlen | Zu den Favoriten hinzufügen
R. Plum Agentur für Kommunikation GmbH, Nordstraße 35,
41236 Mönchengladbach, Telefon +49/2166/92004-0, Telefax +49/2166/92004-44